Raffael hat das Fresko „Die Schule von Athen" (1510 - 1511) in der Stanza della Segnatura des Vatikans für Papst Julius II. gemalt. Im Zentrum stehen die Philosophen Platon und Aristoteles.
Mit Anfang 40 war ich bereit für meinen ersten Lehrer. Ich fand, das sei viel zu spät, aber er tröstete mich: „Erstens können Sie es eh nicht mehr ändern! Und außerdem finden Leute zu mir, die viel älter sind als Sie." Inzwischen habe ich die Erfahrung gemacht, dass vor allem sein folgender Rat etwas sehr Wahres hat: Alles im Leben geschieht genau zur richtigen Zeit.
Es sollten sich noch etliche weitere Lehrer und Lehrerinnen dazugesellen und tun es noch. Es müssen übrigens nicht immer Menschen sein, die uns mit neuen Erkenntnissen auf die Sprünge helfen. Manchmal ist es auch ein - Eichhörnchen!
Face Reading, das wollte ich schon immer einmal ausprobieren. Als ich Irisa Abouzari 2025 nach vielen Jahren zufällig wieder traf, bot sich die Gelegenheit. Die freie Journalistin, gebürtig aus Mainz, war inzwischen ihrer Berufung als spirituelle Lebensberaterin gefolgt. Ich machte einen Face-Reading-Termin in ihrer Kölner Praxis aus. Seitdem hat sich etwas Entscheidendes geändert: Ich finde mich nun rundherum sympathisch!
Um ihre Klienten in den Feldern Intuitive Selbstführung, Stressmanagement und Berufungsberatung zu unterstützen, wendet Irisa ihre Erfahrungen in energetischen Beratungsmethoden wie Kinesiologie, Trancereisen, Chakren-Ausgleich, Aufstellungsarbeit, Healing Singing und Dharma Qi Feng Shui an. Auf vieles davon kommen wir zu sprechen — und natürlich darauf, wie Face Reading funktioniert!
„Wenn ich mich spüre und weiß wer ich bin, kann ich mich öffnen für feinstoffliche, stimmige Impulse. So kann Selbstvertrauen wachsen und auch die Lebensfreude.“
Irisa Abouzari
Weiterführende Links
Irisas Website: www.irisaconsulting.de
Veranstaltung: Am 28. und 29. März 2026 bietet Irisa an ihrem Stand 302 auf der Messe NaturHeiltage & Spiritualität in Bergisch Gladbach u.a. kurze Face Readings zum Kennenlernen an. Am 28. hält sie um 16:00 in Raum 3 einen Vortrag. Thema: „Folge dem Ruf deines Herzens und lebe deine Berufung! Tipps aus spiritueller und psycho-physiognomischer Sicht (‚Face Reading')." Weitere Informationen zur Messe unter Termine
Bhajan-Singen: Das kostenfreie, etwa halbstündige Bhajan-Singen findet (bis auf wenige Ausnahmen) am 3. Sonntag im Monat von 10:00 bis 10:30 in Troisdorf-Bergheim statt. Anmeldungen und Informationen unter info@irisaconsulting.de. Die nächsten Termine: 15. März und 19. April. Bhajan-Singen: traditionelle spirituelle Mantras aus dem indischen (buddhistischen bzw. hinduistischen) Kulturraum zum Lobe Gottes, zu unserer Freude und zur Pflege unserer Energiekörper. Im gemeinsamen Klingen der Bhajans verbinden sich die Teilnehmer mit den anderen Geschöpfen und stärken damit ihr Mitgefühl für sich und andere.
Irisas Buchtipp: „Die Reise nach Shambhala – Eine Pilgerfahrt zu sich selbst"
Aufstellungen sind magisch — das weiß ich seit meinen ersten Erfahrungen mit diesem Tool der Persönlichkeitsentwicklung. Dass und wie sie funktionieren, hat Stephanie Hartung, Gründerin des Feld-Instituts und der digitalen Plattform „Constellators International", in zahlreichen Büchern dargelegt. Und sie tut es in unserem Interview: ein Gespräch mit meiner Kölner Lehrerin über die Frage, was Quantenphysik mit systemischen Aufstellungen zu tun hat, was sich aktuell im Feld Deutschlands und anderer Länder zeigt, warum sich Unternehmensberatungen den systemischen Markt angeeignet haben, wie Schauspieler Aufstellungen nutzen — und die drei Themen, um die sich all unsere Fragen ranken.
„Ich kann niemand ,reparieren’. Aber ich kann die Menschen darin unterstützen, das, was ist, anzuerkennen und zu integrieren als einen besonderen Reichtum, den sie haben.“ Stephanie Hartung
Weiterführende Links
Feld Institut: feld-institut.de
Internationale virtuelle Plattform Constellators International:
constellators-international.com
CI Retreat 2026: Informationen
Malerei — Stephanies freie Arbeiten: Website Stephanie
2024 war ein besonderes Jahr für mich: Ich lernte Susana Camilo Gonçalves kennen. Sie ist ein Trance- und Channel-Medium, stammt aus Deutschland, lebt aber seit vielen Jahren mit ihrer Familie in Portugal.
Mit Susana ging ich auf Seelenreise.
Sie tauchte für mich in frühere Leben ein, die mit meinen Problemen im Hier und Jetzt zu tun haben. Und sie machte mir Mut, unter ihrer Anleitung selbst Bilder der Vergangenheit in mir hervorzurufen, um meine Traumata zu heilen.
Egal, wohin und zu wem mich die Reisen führten, die Zauberworte für Heilung waren stets: „Ich vergebe mir, ich vergebe dir."
„Ohne die Geistige Welt wäre meine Arbeit nicht möglich.“
Susana Camilo Gonçalves
Susana, du hast schon als Kind gemerkt, dass du „anders bist" als andere. Wie hat sich das bemerkbar gemacht?
Ich habe schon als Vierjährige im Kindergarten gemerkt, dass ich ganz anders dachte als meine kleinen Begleiter. Ich war eine gute Beobachterin, hatte viele Fragen. Und ich konnte Energien fühlen: Ich habe auch ohne Worte jemanden umarmen können - nur so zum Trösten.
Konntest du damals bereits „Hellwissen", „Hellfühlen"?
Ich denke ja! Es war immer richtig, wenn ich auf die Menschen zugegangen bin, egal, ob jung oder alt.
Ich kann mich auch daran erinnern, dass ich stets eine Antwort oder eine Lösung hatte, nicht nur für meine Eltern. In meiner Realschulzeit hatte ich einmal eine ganze Woche Telefonverbot - damals noch ein großes Ding mit kurzem Kabel -, weil mich jeden Tag Freunde anriefen, die einfach nur mit mir sprechen wollten. Das ging über Stunden und später so weit, dass auch Erwachsene aus unserem Bekanntenkreis gerne mit mir geredet haben. Ich war einfach glücklich, weil ich spürte, dass ich helfen konnte. Das war auch der Grund, warum ich einen Teil meiner Freizeit gerne in der Diakonie oder in Altenheimen verbrachte.
Seit wann arbeitest du als Channel- und Trance-Medium?
Offiziell seit 2022. Mit der Geistigen Welt bin ich schon eher in den Kontakt gegangen. Als mein Vater 2016 starb und ich mich für diesen Weg entschied, da fing alles richtig an.
2020 habe ich meine Ausbildung zum Channel-Medium gemacht. Seitdem wirke ich sowohl für mich als auch für andere. Die Trance-Medium-Ausbildung war dann zwei Jahre später. 2021 war durch meine Ausbildung zum Kartenlegen geprägt.
Wie korrespondiert man mit der Geistigen Welt? Da gibt es keine Telefone!
Die brauchen wir auch nicht, denn die Verbindung zur Geistigen Welt existiert mit unserer Geburt von Anfang an. Ich erinnere mich daran, was mein Seelenführer dazu sagte: Unser menschlicher Verstand würde immer eine besondere Verbindung suchen, die es gar nicht braucht, um mit ihnen zu kommunizieren, weil der Kanal immer offen sei.
Also einfach an die Geistige Welt denken und drauflosreden?
Warum nicht, das macht jeder anders. Ich verbinde mich über meine Füße mit Mutter Erde und über das Kronen-Chakra nach oben. Dabei stelle ich mir einen Lichtkanal vor. Andere vielleicht eine goldene Kugel. Und dann ist der Kontakt da. Wir müssen allerdings lernen zu unterscheiden, was unser Verstand sagt und welche Botschaft wirklich aus der Geistigen Welt stammt.
Haben sich die Themen deiner Kunden im Laufe der Jahre verändert?
Meine Klienten, das sind Erwachsene, Jugendliche und auch Kleinkinder, kommen mit den unterschiedlichsten Lebensthemen zu mir. Sei es Liebe, Trennung, Traumata, Krankheiten….
Wenn ich zurückschaue, werden ihre Themen immer herausfordernder. Das liegt daran, dass das Bewusstsein der Menschen sich erweitert und sie sich für die Spiritualität immer mehr öffnen; der Fokus richtet sich mehr auf die Seele. Das ist sehr gut, die Seele freut sich!
Seit vergangenem Jahr bemerke ich, dass die „kollektive" Energie von außen die Menschen sehr stark beeinflusst und auch viele belastende Themen aus der Kindheit ins Bewusstsein spült: So habe ich in den vergangenen Monaten erstmals Klienten begleitet, die mit Themen ihrer inneren Kinder zu mir kamen, wie verdrängter Missbrauch, Demütigungen, Vernachlässigung. Das sind sehr tief sitzende Traumata, die beispielsweise weit über berufliche Themen hinausgehen. Dazu braucht es sehr viel Mut. Dem geht meist ein längerer Prozess voraus, und ich darf die Menschen immer öfter an diese Kindheitsthemen heranführen.
Da wir Lichtarbeiter immer mehr werden, können wir auch immer mehr Seelen anziehen, die uns brauchen. Gleichzeitig unterstützen wir das Feld: So dürfen sich mehr und mehr Menschen, wie Ärzte, Psychologen und sogar Politiker „zeigen" mit ihren neuen gewonnen Erkenntnissen. Ehrlich gesagt müsste es eigentlich „müssen" heißen, denn wir sind von der Geistigen Welt geführt; an unseren Aufgaben führt kein Weg vorbei! Dank unseres immer größeren Bewusstseins infizieren wir andere Menschen, die dafür offen sind, mit einem wunderschönen Lichtvirus!
Zu deinen Angeboten zählen die Seelenreisen. Meistens reist du für die Hilfesuchenden in ihre früheren Leben, die mit ihrem aktuellen Problem zu tun haben. Manchmal reisen die Klienten selbst. Du begleitest sie und leitest sie je nach Situation während der Reise an. Wem rätst du, selbst zu reisen?
Wenn eine Seele unter meiner Anleitung selbst auf Reisen geht, dann hat diese Seele nicht nur ein großes Bewusstsein, sondern sie ist offen für diese Arbeit und sie kann sich selbst in einem Trance- oder Meditations-Zustand halten. Jetzt möchte ich diejenigen, die von sich selbst sagen „Ich kann aber doch gar nicht meditieren!" nicht entmutigen. Wenn sie mir vertrauen, weil sie meine Arbeit kennen, dann ist eine Anleitung möglich.
Außerdem ist es wichtig, wie ich finde, das Selbstvertrauen der Menschen zu stärken. Denn so eine eigene Reise durchzuführen, erweckt in ihnen ein Gefühl von Ermutigung und Freude. Sie gehen in die eigene Verantwortung. Das ist erlösend! Einer Heilung steht also nichts im Wege!
Du arbeitest mit Leuten aus Portugal und Deutschland. Gibt es Unterschiede, was die Probleme und
auch die Lösungswege angeht?
Oh ja, ich habe zwei Zielgruppen. Und hier bemerke ich einen sehr großen Unterschied, was die Themen betrifft, aber auch im Umgang mit meiner Arbeit.
Mein Schwerpunkt sind unter anderem die medialen Seelenreisen und stellvertretenden Rückführungen. Während ich bei den Deutschen eine große Bereitschaft erkenne, sich auf meine Arbeit einzulassen, darf ich bei den Portugiesen meine Herangehensweise noch ausführlich erklären.
Das ist einerseits von der Mentalität abhängig, wobei die Spiritualität immer mehr gefragt und gesucht wird. Andererseits hängt es von dem Angebot ab, das in den Großstädten natürlich enorm ist. Ich lebe in Portugal in einem Dorf, und hier sind die Menschen noch sehr unsicher. Aber auch hier gibt es augenscheinlich eine Aufgabe für mich!
Bei den Deutschen nehme ich einen bewussten Fokus auf ihre Seelenentwicklung wahr, bei den Portugiesen geht es viel um Alltagsprobleme. Aber auch sie kommen natürlich in ihrer Seelenentwicklung weiter, jedoch unbewusst.
Die Schicksale, die du während der Seelenreisen durchlebst, sind teilweise sehr brutal und schmerzhaft.
Wie gehst du mit diesen Energien um?
Ich habe gelernt, mich bei meiner Arbeit sehr gut abzugrenzen. Ich gehe manchmal wirklich durch die Hölle indem ich einiges nachempfinden oder erleben muss.
Und solange mein Klient die Seelenreise nicht abhört, ist sie auch in meinem Energiefeld.
Aber hier bedanke ich mich bei der Geistigen Welt für ihre Unterstützung, denn in dem Moment, in dem ich mich von der Seele meines Klienten trenne, bin ich auch wirklich getrennt!
Es gibt hier oder da Seelenreisen, die ich nicht vergesse! Dazu muss ich aber sagen, dass es positive Momente sind, wie Reisen zu anderen Planeten, in andere Dimensionen oder berührende Erlebnisse mit Lichtwesen, besondere Heilrituale oder Orte.
Ich habe für mich selbst ein Verständnis entwickelt, dass frühere Leben - auch meine - nicht immer gut und schön waren. Ich habe erkannt, dass sie wichtig sind für unsere Seelenentwicklung und wir auch für solche Leben gekommen sind. So bleibe ich im Vertrauen, dass das alles zum Göttlichen Prinzip gehört. Das hilft mir sehr.
Das A und O aber ist die Heilung meiner Klienten. Wenn das gelingt, wenn ich das erlebe, dann weiß ich ganz genau: Alles hat seinen Sinn, es hat sich gelohnt!
Helfen die Seelen- und Heilreisen, die du für andere machst, auch dir persönlich?
Ja, sie heilen auch mich. Ich lerne, viele Dinge aus so vielen Perspektiven zu sehen. Hier und da bin ich vielleicht auch selbst schon in so einem Gefühl oder einer ähnlichen Situation gewesen. Zum Beispiel depressive Klienten: Ich weiß, wie schwer es sich anfühlt. Ich kann sie dann besser verstehen und dann auch unterstützen.
Auch in diesem Zusammenhang ist die Zusammenarbeit mit der Geistigen Welt ein wichtiger Aspekt, denn im Grunde genommen diene ich auch ihnen. Und ohne sie wäre meine Arbeit nicht möglich!
Welchen Ausbildungsweg sollte jemand gehen, der feinfühlig ist?
Er sollte seiner inneren Stimme vertrauen, um seinen Weg zu gehen.
Ich kann hier immer nur von meinem Weg erzählen, und ich leite sehr gerne die Ausbildungen, die ich bei Ralf Hungerland und Nicole Frost absolviert habe, aus Liebe weiter. Ob es für den einen oder anderen richtig ist oder Interesse weckt, das darf jeder für sich selbst entscheiden.
Aber: Das, was ich kann, kann jeder! Es liegt nur daran, wie offen man dafür ist, ob man mit dem Herzen dabei ist und wie groß die Hingabe zu dieser Arbeit ist.
Ich bin sehr dankbar, dass ich diese Arbeit ausführen und ein kleiner Lichtpunkt auf Mutter Erde sein darf.
Weiterführende Links
Susanas Web-Site: https://susanasseelenlicht.com
Kontakt Ralf Hungerland: www.medialeseelenreisen.com
Kontakt Nicole Frost: www.ayasura-healing.com
Seine Telefonnummer hatte ich schon vor Jahren gespeichert. Doch nun wurde der Leidensdruck immer größer: heftiger Liebeskummer. Ich machte einen Termin bei Bernd Leo in Köln-Rondorf.
„Ihr Körper speichert alle Gefühle, die Sie verdrängen.“
Bernd Leo
Ein mittelgroßer zierlicher älterer Herr öffnete mir die Tür. Als ich den Psychotherapeut Bernd Leo Anfang 2000 kennen lernte, war er bereits 82 Jahre alt. Ich trug ihm mein Anliegen vor. Seine Antwort stimmte mich nicht gerade hoffnungsfroh. „Ich kann Ihnen nicht versprechen, ob wir dieses Problem als erstes lösen, ob wir es überhaupt lösen", sagte er. „Aber ich kann Ihnen versichern: Sie werden etliche Probleme los." Das läge daran, dass aus dem Unterbewussten genau das Thema im Bewusstsein auftauche, das gerade dran sei. Und dann redete er nicht mehr viel. Denn bei seiner Therapie geht es ums Fühlen.
Ich legte mich bequem hin, schloss die Augen, atmete tief in meinen Bauch und hörte den kurzen Anweisungen Leos zu. „Nehmen Sie Ihre Körpergefühle wahr, wenn Sie abschweifen, schauen Sie sich Ihre Gedanken kurz an und konzentrieren Sie sich dann wieder auf Ihre Körpergefühle."
Wie ich meine Autobahnphobie überwand
„Und, nehmen Sie etwas wahr? Verbinden Sie damit vielleicht irgendwelche Bilder oder Gedanken?" Schon bei der ersten Abfrage konnte ich Außerordentliches berichten: Ich hatte das Gefühl, als würde ein tonnenschwerer Lastwagen auf meinem Brustkorb parken. Ängstlich fragte ich, ob ich ersticken könnte? Er beruhigte mich. „Nein, Ihnen kann nichts passieren. Wenn Sie es nicht mehr aushalten, öffnen Sie die Augen und das Druckgefühl verschwindet sofort." Doch mich hatte der Ehrgeiz gepackt, 40 Minuten lang versuchte ich, dem „30-Tonner" standzuhalten und ruhig zu atmen, das Ganze einfach nur wahrzunehmen, zu beobachten, mich voll und ganz darauf zu konzentrieren.
Zum Schluss der Stunde erfuhr ich meine Hausaufgaben: Morgens nach dem Aufwachen und abends vor dem Einschlafen 20 Minuten lang meine Körpergefühle wahrnehmen. - Ich war eine vorbildliche Klientin. An den ersten Wochenenden legte ich nachmittags sogar eine Extra-Übung ein und fühlte stundenlang in mich hinein. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. Nein, das Liebesleid hatte sich nicht in ein Happy-end verwandelt. Aber ich hatte meine Autobahnphobie endlich überwunden. Das merkte ich, als ich mit 140 Stundenkilometern auf der dritten Spur überholte. Vorbei waren die quälend langen Fahrten mit nur 80 Sachen hinter diversen Lkw, weil ich Angst hatte vor den vielen schneller fahrenden Autos.
Wenn der Schneidezahn juckt…
In den folgenden zwei Jahren atmete ich mich durch eine gefühlte Stahlplatte im Bauchbereich, trotzte erfolgreich einem Sog in den Armen, der drohte, mich durch den Teppich hinab ins Nirgendwo zu ziehen, und überstand drei Monate ätzender Juckgefühle. Seitdem weiß ich, wie es sich anfühlt, wenn ein Schneidezahn juckt oder das Herz, was ich allerdings nur wenige Sekunden aushielt. Auf meine Frage, was das Jucken bedeutet, erhielt ich sogar eine Antwort, denn Leo hielt nicht viel vom Reden - und Analysieren der Körpergefühle: „Ihr Körper speichert alle Gefühle, die Sie verdrängen. Wenn es juckt, kann es sich um Wut oder Ängste handeln."
Als diese Periode endete, wusste ich: Es musste sich um Angst gehandelt haben. Denn ich nahm folgende Veränderung in meinem Verhalten wahr: Früher meldete ich mich selten in Konferenzen zu Wort und ärgerte mich meistens, warum ich mich nicht mit meiner grandiosen Idee oder fundierten Kritik nach vorne gewagt hatte. Nun konnte ich die Klappe nicht mehr halten und hatte sogar Spaß daran, mich einzubringen!
Der Abnabelungsprozess
Meine Besuche bei Bernd Leo endeten nach zwei Jahren. Und das hatte zwei Gründe: Erstens traute ich mir nun zu, seine Therapie alleine fortzusetzen. Und außerdem konnte ich jetzt endlich meinen ganzen Körper fühlen. Kurioserweise nahm ich lange Zeit Druck-, Stech-, Juck-, Kribbel- oder Wärme- und Kältegefühle nur bis zum Bauchnabel wahr. Alles, was darunter liegt, war für mich terra incognita. Als ich zum ersten Mal bei meinen „Leo"-Übungen ein angenehmes Kribbeln in den Zehen verspürte, wusste ich, jetzt kannst du dich abnabeln!
Im Laufe der zwei Jahre habe ich Bernd Leo natürlich gefragt, wieso er als Psychotherapeut ausnahmslos auf das Wahrnehmen von verdrängten Gefühlen setzt. Seine Antwort überraschte mich, denn er gestand, dass er seinen Patienten damals in den 1960er Jahren nicht überzeugend hatte helfen können. So nahm er sich ein Sabbath-Jahr, in dem er alles mögliche ausprobierte. Doch auch der damals letzte Schrei, die Urschrei-Theorie, hinterließ keine Wirkung. Eine Tages hatte er eine Art Vision. Und als er das, was ihm dabei zuteil geworden war, bei sich selbst erfolgreich ausprobiert hatte, praktizierte er wieder.
Der zwanghafte Beamte
Besonders stolz war er darauf, einen zwanghaften Patienten geheilt zu haben. Der, ein Beamter, traute sich nicht mehr, Briefe wegzuschicken, weil er stets befürchtete, etwas Falsches oder Unflätiges geschrieben zu haben. „Das ist vermutlich eine der äußerst seltenen Beispiele einer Berufsunfähigkeit, die sich nach erfolgreicher Therapie in eine Arbeitsfähigkeit zurückversetzen ließ", vermutete Leo. „Und die Krankenkasse zahlte nicht einen Pfennig!", fügte er vielsagend hinzu.
Bernd Leo wurde über 90 Jahre alt. Ich denke oft an ihn, denn seine Methode hilft mir noch heute dabei, verdrängte Gefühle aufzuspüren und durch meine Aufmerksamkeit so umzuwandeln, dass sie mich nicht mehr terrorisieren, sondern mich nun unterstützen. Ich wende sie auch bei Aufstellungen an. Wenn ein Klient beim Vorgespräch sein Problem gar nicht so richtig fassen kann, dann begebe ich mich mit ihm auf eine innere Reise à la Leo. Seine Methode wirkt sogar bei unerträglichen Schmerzen! Ich konnte damit meine Zahnschmerzen dämpfen, nachdem alle Tabletten versagt hatten!
Was tun bei angenehmen Gefühlen?
Zum Schluss noch ein Tipp, falls du die Leo-Methode einmal ausprobieren möchtest und feststellst, dass sie etwas für dich ist: „Sie werden auch sehr angenehme Gefühle wahrnehmen. Dann lassen Sie sich da richtig reinfallen!", riet mir Leo damals. Denn diese Achtsamkeits-Übungen verstärken und verankern auch positive Energien und begleiten dich auf dem Weg zum und beim Glücklich-Sein!
Ein Eichhörnchen als Lehrer zu bezeichnen, wäre in meinem Fall übertrieben, wenn nicht sogar vermessen. Allerdings darf einer meiner Lehrer, ein Weisheitslehrer und Mystiker, genau das behaupten. Und schon sind wir mittendrin in einer meiner magischen Storys.
„Lass dein Herz zu einem Leitstern werden! Und vergiss nie deinen Traum, er ist das Wichtigste, was du hast!“
Thomas Young
Thomas Young lernte ich zunächst in schriftlicher Form kennen. 2020 las ich sein Buch „Willkommen im Herzen - Eine Reise zu dem Schatz im Inneren". Besonders hatte es mir seine Eichhörnchen-Anekdote angetan:
Sein Lehrer schickt ihn auf einen alten indianischen Platz in der Wüste. Dort soll er sich einen Lehrer suchen. „Aber du bist doch mein Lehrer!", insistiert Thomas mehrmals, aber erfolglos.
Der Lehrer erscheint
Tagelang tut sich nichts, bis sich endlich etwas bewegt: am Fuße des Hügels spielen zwei Eichhörnchen. Thomas versucht, gedanklich Kontakt aufzunehmen. Tatsächlich hält eines der beiden Tiere inne, kommt schließlich zu ihm hinauf und blickt ihn an. Die Geschichte endet damit, dass ihm fortan überall auf der Welt Eichhörnchen begegnen und er dank des Eichhörnchen-Teachings eines indigenen Stammes in die spirituelle Kraft der „Eichhörnchen-Medizin" eingeweiht wird.
Zurück zu meinem Sessel in meinem Wohnzimmer an einem sonnigen Junimorgen. Ich lese das nächste Kapitel, blicke kurz auf und halte augenblicklich den Atem an: Maximal zwei Meter von mir entfernt sitzt ein Eichhörnchen auf dem Teppich. Wir starren uns an, dann haut es ab durch die Balkontür über die Brüstung zur Korkweide und hinab in Nachbars Garten.
Eine unglaubliche Geschichte
Etwas später klingelt das Telefon. Meine Freundin Anne ruft an. Sie lädt mich in ein Café in Köln-Nippes ein, das sie erst kürzlich entdeckt hat. An den Namen kann sie sich nicht erinnern, aber es gebe nur eines dort auf dem kleinen Platz. Ich sage zu und kündige ihr eine unglaubliche Geschichte an, die ich gerade erlebt hätte…
Ihr werdet es vielleicht schon vermuten: Als ich mich dem Café nähere und den Schriftzug erkennen kann, lese ich: „Café Eichhörnchen"!
Meine persönliche Eichhörnchen-Geschichte kam mir in den Sinn, als ich im Februar 2024 einen Newsletter erhielt mit der Ankündigung einer Veranstaltung. Ich blättere mich durch die Referenten, Neudeutsch „Speaker" - und lese den Namen Thomas Young: Als erstes denke ich „Eichhörnchen", als zweites „Superinspirierendes Buch", als drittes „Mal sehen, was er heute so macht". Die Seite des Newsletters navigiert mich auf seine Homepage mit seinen Seminar-Angeboten. Als ich das Stichwort „Sacred Heart" lese, Seminar auf Zypern, und den kurzen Erklärtest, erfasst mich eine unerklärliche Nervosität und mein Herz fühlt sich an, als würde es vor Freude in die Hände klatschen.
Wenn das Herz in die Hände klatscht
Ich kenne diesen Gemütsausbruch. So reagierte ich beispielsweise, als ich zum ersten Mal die Bilder meiner aktuellen Wohnung bei Scout 24 betrachtete. Doch diesmal quatschte der Verstand dazwischen: Komm bloß nicht auf die Idee dahin zu fliegen! Du bist im April drei Wochen auf Malta. Und da machst du auch keine Ferien, sondern eine Fortbildung. Und schon im Juni nach Zypern. Du spinnst, das geht nicht, blablabla….
Eine Woche lang dasselbe Spiel: Seminarangebot lesen, Herzklopfen, Gehirne. Was soll ich sagen: Das Herz hat gesiegt, was nicht verwundert, denn wenn ein Eichhörnchen als Lehrer in dein Leben tritt, geht es um die spirituelle Kraft des Herzens! Also habe ich im Juni 2024 Thomas Young persönlich kennen gelernt, der sich selbst als „Heart Teacher" bezeichnet!
Zwei seiner Ratschläge aus seinem Buch „Willkommen im Herzen" habe ich inzwischen verinnerlicht: „Lass dein Herz zu einem Leitstern werden!" - und „Vergiss nie deinen Traum, er ist das Wichtigste, was du hast!"
Mystiker im Hawaii-Hemd
Thomas, ein gebürtiger Hamburger, hat so gar nichts von einem Weisheitslehrer oder Mystiker. Zumindest, wie ich mir solche „Meister" immer vorgestellt habe. Und das ist auch gut so. Sein Kleidungsstil erinnert mich an Jürgen von der Lippe. Nur dass Thomas` Hemden nicht so bunt sind; er trägt dezente Hawaii-Hemden. Außerdem ist er bodenständig, direkt, fokussiert, authentisch, mit einem riesigen Schatz an spirituellen Erfahrungen ausgestattet. Und ein witziger Typ: Wir haben viel gelacht.
Das Retreat war der Hammer. Und nicht nur, weil wir jeden Morgen um sieben Uhr schweigend im Seminarraum erscheinen mussten, um zunächst 20 Minuten lang zu meditieren und anschließend unsere Träume zu deuten, denen Thomas große Bedeutung beimisst. Vielmehr sollte ich nicht erzählen. Das haben wir 22 Adepten versprochen.
Neugeburt auf Zypern
Denn Thomas hat „Sacred Heart" in der Tradition der antiken Mysterien-Schulen kreiert. Wüssten die nachfolgenden Teilnehmer, was sie erwartet, wären tiefe Erfahrungen gefährdet. Nur soviel: Dieses Retreat macht man nur einmal im Leben. Wiederholung ausgeschlossen. Und: In den zehn Tagen auf Zypern wurde ich neu geboren. Es war ein bewegendes Ereignis, das sich tief auf allen Ebenen meines Seins verankert hat. Dort habe ich mir übrigens auch ein Versprechen gegeben: diesen Blog zu schreiben, in dem ihr gerade schmökert.
Hawaii
Auch diese Geschichte ist noch nicht ganz zu Ende: Ein Jahr später plane ich gerade meine erste Reise in die USA, als mich ein Newsletter von Thomas Young erreicht: Nach vielen Jahren bietet er wieder ein Retreat auf Hawaii an. Als erstes denke ich: Wow, das muss unvergesslich werden, denn Thomas hat elf Jahre lang auf Hawaii gelebt. Als zweites denke ich: Meine Florida-Reise endet drei Tage vor Beginn des Retreats, und von dort aus ist es nicht mehr so weit nach Big Island… Dann denke ich nicht mehr, denn es erfasst mich eine unerklärliche Nervosität, und mein Herz fühlt sich an, als würde es vor Freude in die Hände klatschen.
LINKS:
Website von Thomas Young: https://thomasyoung.com/
Buchtipp: „Willkommen im Herzen - Eine Reise zu dem Schatz im Inneren".
PS: Hier geht es zu dem Blog über meine Erfahrungen, die ich auf Big Island machen durfte. Aber schon mal eines vorweg: Auf Hawaii gibt es keine Eichhörnchen, höchstens Plüsch-Hörnchen, wie Thomas in seinem Buch berichtet.