Die Wirklichkeit ist wirklich so schön kitschig: Sonnenuntergang auf
Big Island, Hawaii.

Hawaii und die Sache
mit den Erwartungen.
Ach ja, und Zufälle gibt es nicht.

Die USA hatten bei meinen Reiseplänen noch nie eine Rolle gespielt. Doch dann erhielt ich eine Einladung nach Florida! Ich war sehr neugierig auf die für mich neue Welt. Erwartungen hatte ich interessanter Weise keine, denn ich muss zugeben, dass ich immer noch dem unbestimmten kindlichen Gefühl nachhing, es sei unmöglich, dass es auf der anderen Seite des riesigen Ozeans eine auch nur annähernd ähnliche und somit bewohnbare Welt geben sollte, wie die, in der ich lebe. So flog ich im Februar 2025 offenen Herzens über den großen Teich.

Meine einzige Erwartung

Okay, eine Erwartung, mehr noch, eine Gewissheit hatte ich. Und die betraf die hawaiianische Insel Big Island, die ich die letzten beiden Wochen meines USA-Abenteuers während eines spirituellen Retreats erkunden wollte: Ich war mir sicher, viel Zeit im Meer zu verbringen, schnorcheln zu lernen, die faszinierende Unterwasserwelt zu entdecken und vor allem — jeden Tag Bekanntschaft mit Delphinen und Walen zu machen.

Es kam anders. Ich kann immer noch nicht schnorcheln. Und Delphine habe ich nur ein-, zweimal aus der Ferne gesehen. Warum das so war und ich das alles gar nicht so doof fand, erfuhr ich erst nach meiner Reise. Aber dazu später. Auf jeden Fall hat es damit zu tun, dass es mir immer besser gelingt, hinter den Vorhang meines Schicksals zu schauen. Unprätentiöser ausgedrückt: Ich verstehe, warum Dinge in meinem Leben (nicht) geschehen, um mein Potenzial zu entfalten.

Wie Sie sehen sehen Sie — nix!

Rückblickend gab es bereits zu Beginn meiner Reise Hinweise darauf, dass ich meinem Lieblingselement Wasser und seinen Bewohnern nicht besonders nahe kommen würde. Ein Beispiel: In der zweiten Woche besuchte ich die Keys. Die Fahrt über die Korallenriffe mit einem Glasboden-Boot sollte ein Highlight werden. Doch kurzfristig änderte die Kapitänin die Route, weil es auf dem offenen Meer angeblich zu stürmisch war. Außer Quallen und Gras sah ich dann durch den Glasboden leider nix.

Doch nun: Hawaii. Mein Besuch auf Big Island begann mit einer schönen Überraschung. Kaum hatte ich die Insel betreten, fühlte ich mich unendlich sicher, leicht und glücklich. Jeden Tag, so schien es mir, grinste ich wie ein Honigkuchen-Pferd, ein zweiwöchiger glücklicher Flow, ich lebte nur im Hier und Jetzt! Auch wenn sich meine Erwartung nicht erfüllte, denn das einzige Meereslebewesen, das sich mir auf wenige Zentimeter näherte, war eine Meeresschildkröte.

März 2025: Bei meinem Besuch spuckt der Vulkan Kilauea an zwei Stellen Lava.

An den Dschungel „gekettet"

Stattdessen hatte ich intensiven Kontakt mit dem Dschungel. Ich war die einzige unter 23 Teilnehmerinnen des Retreats, die in ihrer Hütte hoch oben am Hang keine Sicht auf das Meer hatte; ich war vom Urwald und seinen exotischen Vögeln umgeben. Den Tag, an dem die Gruppe das unfassbare Glück hatte, rund 200 Delphine in einer Bucht zu erleben und an einem heiligen Ort in stiller Meditation Kontakt mit den Seefahrern aufzunehmen, die in alter Zeit ohne Kompass in Kanus über die Meere fuhren, verbrachte ich wegen einer Unpässlichkeit auf meiner Veranda mit der Beobachtung eines Vogels beim Nestbau…

Nach Ende des Retreats machte ich eine weitere intensive Erfahrung mit dem Element Erde — und Feuer. Das habe ich der Schweizerin Barbara zu verdanken, die mich überredete, noch einmal den Vulkan Kilauea zu besuchen, denn ich hatte eigentlich keine große Lust! Was wir nicht wussten: In der Nacht hatte er begonnen, an zwei Stellen Lava zu spucken. Ich meditierte dort oben und verband mich mit der Feuer- und Vulkangöttin Pele.

Meine Beziehung zu Mutter Erde

Schon auf Hawaii vermutete ich, dass ich — Aszendent Fische und im Luftzeichen Zwilling geboren — mich endlich intensiv erdete, erden sollte. Dabei half auch mein Besuch des faszinierenden Botanischen Gartens in Hilo. Und noch eine Information passt dazu: Wie wir von dem Leiter des Retreats, unserem Lehrer Thomas Young, erfuhren, verkörpern die sieben hawaiianischen Inseln die sieben Chakren. Das Wurzel-Chakra ist Big Island zugeordnet — und dem Element Erde.

Gewissheit erlangte ich eine Woche nach meiner Rückkehr in Deutschland. Freundinnen überredeten mich, sie auf eine Esoterik-Messe zu begleiten. Denn eigentlich hatte ich keine große Lust. Dort zog mich dann ein Stand magisch an. Ein Schweizer behauptete, uns ins Gespräch mit unseren Seelen zu bringen!

Interview mit meiner Seele

Ich war begeistert, als er auf meine vage Frage, was ich auf Hawaii erfahren sollte, folgende Botschaft übermittelte: Ich sei mehr mit der Erde verbunden worden, und außerdem hätte ich den Zugang zu meiner feurigen Drachenenergie wiederentdeckt! Kein Wunder, dass es sich seit meiner Reise anfühlt, als sei ich irgendwie vollständiger, zudem selbstbewusster, ausgeglichener und mutiger geworden.

Neben der Erkenntnis, dass es besser ist, dem Leben zu vertrauen, statt trotzig auf seine Erwartungen zu bestehen, wurde während dem Gespräch mit meiner Seele auch meine Überzeugung bestärkt, dass es keine Zufälle gibt. Der „Seelenflüsterer" dolmetschte, dass sich auf meiner langen Reise viele Lebens-Zyklen hätten schließen können. Das übrigens war die Antwort auf die Frage, ob es irgendeinen Sinn ergibt, warum das Reisebüro darauf bestanden hatte, mir innerhalb der Staaten keine Direktflüge zu buchen.

Dass es unsinnig war, mich von Miami über Denver fliegen zu lassen, um nach San Francisco zu gelangen, und von dort über Las Vegas, um nach Big Island zu kommen, hatte mir schon zu Beginn meines USA-Abenteuers mein Gastgeber in Miami klargemacht. Und zum Beweis Direktflüge herausgesucht, die nicht teurer waren, als das Arrangement des Reisebüros. Diesmal war ich sauer und mal kurzfristig nicht im Flow! Meinen Plan, mich noch nachträglich zu beschweren und dem Reisebüro eine megaschlechte Beurteilung zu schreiben, verwarf ich, als ich folgende Erlebnisse zuordnen konnte: 

Die Vielfalt und Schönheit des Botanischen Gartens in Hilo haben mich umgehauen! Wie diese Pflanzen heißen, weiß ich nicht, aber sie sehen aus wie Papageien.

Synchronizitäten: Seelenreisen in die USA

Um Traumata aufzuarbeiten, hatte ich mich einige Monate vor meinem USA-Trip mit dem Trance- und Channel-Medium Susana Camilo Gonçalves auf Seelenreisen in frühere Leben begeben. Zwei führten mich in die USA; in der einen spielte ein Japaner eine Hauptrolle, in der anderen die Stadt Chicago.
Das fiel mir allerdings noch nicht ein, als ich auf dem Flug von Denver nach San Francisco neben einem jungen Japaner saß, der seit seinem siebten Lebensjahr in den USA lebt. Wir hatten ein sehr schönes Gespräch, und er verriet mir seinen Lieblingsplatz in San Francisco: den Tempel der feinen Künste.

Zufall oder Seelenplan?

Auf Big Island unterhielt ich mich länger mit einer Verkäuferin. Da wir uns sympathisch waren, erzählte sie mir auch, wo sie eigentlich herkommt: Sie stammt aus Chicago.

In Anbetracht der Göße der Vereinigten Staaten und der Anzahl ihrer Bürger — so etwa 347 Millionen — neige ich dazu, die Begegnungen nicht als Zufall abzutun, sondern der Botschaft meiner Seele zu glauben. — Folgende Frage habe ich ihr allerdings nicht gestellt: Warum lernte ich auf der Rückreise Elke und ihren Mann Tilo kennen? Und auch dazu gibt es eine Anekdote:

Elkes Auftrag

Das Paar hatte ich zunächst auf dem Flughafen in Honolulu gesehen, dann in Seattle. Schließlich saßen sie bis Frankfurt stundenlang nur ein paar Meter entfernt von mir in derselben Sitzreihe. Ins Gespräch kamen wir erst, als ich sie noch einmal auf dem Frankfurter Bahnhof traf und sie mich ansprachen: „Verfolgen Sie uns?" Während der Zugfahrt — wir stiegen auch am selben Bahnhof aus—, erzählte mir Elke, dass sie jedes Jahr Zeit auf Hawaii verbringen und sie Hula-Kurse in Deutschland gibt. Elke ist inzwischen Fachfrau für hawaiianische Kultur und hat den Auftrag ihrer hawaiianischen Lehrer, den Aloha-Spirit nach Deutschland zu bringen.

Wohin mich dieser „Zufall" führt? Einen Schnupperkursus habe ich bereits bei ihr besucht und mit ihr ein Interview verabredet. Ansonsten: bloß keine Erwartungen! Alles Weitere überlasse ich — dem Leben.